Archiv für die Kategorie „1. Lebensjahr“

Schlafstörungen verursacht von Sab Simplex?

Der kleine Mann hatte arge Probleme, die Gase aus seinem Bäuchlein und seinem Darm zu verbannen. Also besorgte ich Sab Simplex aus der Apotheke.

Diese Tropfen lösen Schaum und Bläschen auf. Die Hoffnung war, eventuell angestaute und somit schmerzverursachende Elemente durch Sab Simplex aus dem Margen-Darm-Trakt zu verbannen. Auch die verabreichte Baby- Milch war ratz-batz von ihren Schaumbläschen befreit. So verringerten wir auch das Risiko, dass Sohnemann mehr Luft einzog als unbedingt nötig. Denn auch die verursacht die Schmerzen im Bauch.

Es sah anfangs richtig gut aus. Die offensichtlichen Magenschmerzen oder auch Koliken verschwanden. Wir gaben ihm die Tropfen mit seiner Milch. Wir mischten 15 Tropfen Milch unter.

Leider stellten sich bei unserem Junior andere Probleme ein. Er schlief nicht mehr so gut wie noch in der Zeit davor. Er hatte mittlerweile einen fast konstanten Schlafrhythmus erreicht. Gute 4 Stunden hielt er zwischen seinen Mahlzeiten aus.

Sohnemann spuckte jetzt auch mehr als zuvor. Es kam vor der Umstellung auf die Tropfen immer wieder vor, dass er gefütterte Milch wieder herausbrachte. Aber nach der Umstellung auf die Tropfen spuckte er sehr viel mehr aus als gut sein konnte.

Ich werde die Tropfen hier auf keinen Fall an den Pranger stellen oder den Nutzen von Sab Simplex in Frage stellen. Nur leider müssen wir vermuten, dass Sab Simplex bei ihm nicht erfolgreich angewandt werden kann.

Wir haben es wieder abgesetzt. Jetzt achten wir darauf, dass sich die Milch gut abgesetzt hat und keinen Schaum mehr schlägt, wenn wir sie verfüttern. Das bedeutet entweder dass der Kleine länger wartet oder wir die Milch früher vorbereiten.

Mal sehen…

Kindersendungen und ihre Nachwirkungen

Als junger Vater habe ich die Angriffe auf die Hirne unserer Jüngsten durch die Teletubbies noch aktiv miterlebt. Der Umstand, einige Zeit nichts von den Nervtötern gehört oder gesehen zu haben, macht mich glücklich. Mein Sohn wird dieser Serie nicht ausgesetzt. Jeglicher Versuch, meinem Kind diesen Unsinn anzutun, wird von mir mit allen nichtstrafbaren Mitteln unterbunden!

Das bringt mich dazu, über die dümmsten schlimmsten Sendungen meiner eigenen Kindheit nachzudenken. Sofort fällt mir die Serie “Die Zeit ist reif für Ernst Eiswürfel” ein. Die Situation drum herum kann ich nicht mehr zusammen basteln, aber ich hab mir das wirklich reingezogen. Das wird meinem Sohn vorerst nicht passieren.

Direkt danach oder darunter rangiert die Serie “Hals über Kopf”. Hier rannten in einen immer gleichen Plott geklemmt immer wieder Kinder weg. Die Situation ist immer die selbe. Die Eltern benehmen sich daneben, die Kinder ziehen “den Finger” und entfleuchen. Das Elternpaar rennt zur Polizei und gerät an Polizeiobermeister Hund- Hund wie Katze! Das geht gar nicht. Der verwirrte Mann war keine Hilfe, er verursachte nur noch mehr Verwirrung und Streß. Am deutlichsten ist mir bei der Serie Hals über Kopf der Kerl mit der hässlichen Frisur und die Ente des POM “Polente”

Polente CITROËN 2CV Ente Hals über Kopf Auto Hund Wachtmeister Hund, Hund wie Katze
Bildquelle und Genehmigung: Wikipedia

Auch der Serie Hals über Kopf ging ein sinnentleerter Titelsong vorweg. Interpret: Isabell Varell

Was man dem Trailer lassen muss: Er warnt den Zuschauer deutlich. Schalt weg! Such die Fernbedieung, jag jemanden zum Ferseher oder schalte selbst um- aber schau Dir das nicht an! Egal, ich habe mich nicht warnen lassen und habe mir die Serie angetan. Aber alle Leser dieses Artikels sind nun gewarnt: Ich wurde 18 Jahre später des Nachts wach und hatte den Drang, das Erlebte in diesem Artikel zu verabeiten.

9. November 2009- von Feiertagen und Ruhezeiten

Die Berliner Mauer, die Staatsgrenze der DDR fiel heute vor 20 Jahren mit der Grenzöffnung in Berlin. Das geeinte Land begeht diesen Feiertag nach elendig langen Jahren der Trennung. Ich schaue den Bericht zum Thema 20 Jahre Mauerfall oder “Das Fest der Freiheit” auf Phoenix im Fernsehen.

Meinem Sohnemann ist das alles noch ziemlich egal. Er liegt schlafend im Stubenwagen und gibt sich größte Mühe friedlich zu wirken. Die Zusammenhänge, die diesen 9. November zu einem Feiertag machen kann er noch nicht verstehen. Das wird sich auch in den kommenden paar Jahren nicht wesentlich verändern. Sobald er dazu in der Lage ist, ist es an uns ihm die Tragweite und Bedeutung dieses Datums zu vermitteln. Ich erkenne nicht umsonst schon heute den Freiheitsdrängler in ihm.

Meine Perle ist auf der Couch eingeschlafen. Ich freue mich wie Bolle, gerade das Betriebssystem WindowsPhone oder Windows Mobile 6.5 herunterzuladen. Ich werde es noch heute Abend installieren.

Ich war heute den ersten Tag nach meinem Urlaub wieder arbeiten und bekomme ein Gefühl wie schwierig die nähere Zukunft für meine Familie und mich wird. Ich muss mir etwas einfallen lassen. Ich will meinen Sohn nicht waagerecht (schlafend) aufwachsen sehen. Eben das würde aber geschehen, wenn ich das Haus früh verlasse und spät zurück komme. Das wird nicht passieren.

Dafür werde ich schon sorgen…

Erste Nacht mit dem Kleinen zuhause

Wir haben die erste Nacht mit dem Kleinen zuhause verbracht. Es war für uns beide anstrengend. Ich bin der festen Meinung, noch nie so wenig geschlafen zu haben. Meine Bessere ist der Auffassung, mehr als in den vergangenen Nächten geschlafen zu haben. Das Leben mit dem Kleinen Mann läuft derzeit in einem 3-Stunden Zyklus ab. Meine Bessere Hälfte pumpt ihre Muttermilch ab, anschließend wird der Kleine (vollautomatisch) wach und verlangt lautstark nach seinem Essen.

Die Rötung an seinem Hintern lässt allmahlich nach. Hier hat die Baby Wundcreme sehr geholfen. Abwechselnd wurde er mit Puder und mit Wundcreme behandelt. Seitdem ist er schon viel ruhiger geworden. Früher wurden diese Wundstellen mit Öl behandelt aber das soll man wohl heute nicht mehr tun, da das Öl die Haut austrocknet.

Witzig! Die Hebamme kommt zur Wöchnerinnen Betreuung und hat etwas gegen Wundbildung von Babys Arsch bei- jetzt ratet dochmal was das ist: Rrrrrichtig! Es ist Öl.

Ein weiteres Problem scheinen Blähungen zu sein. So normal wie lästig rumort es in seinem kleinen Bauch. Nur ab und an pupst der Knirps befreiend in die Umwelt. Seine Bauchschmerzen stellt er dar, indem er seine Beine immer wieder an sich heranzieht und gleich wieder wegdrückt. In Kombination mit einem verzerrten Gesichtsausdruck schrie der Kleine wieder und wieder. Ein Grund dafür ist der Darm. Er wird völlig untrainiert mit Nährstoffen belastet, die er zersetzen muss. Der Darm ist aber auch kein Meister, der vom Himmel gefallen ist. Auch er muss sich trainieren. Dieses Training bemerken wir als Blähungen. Daraus folgt, auch wenn es das Baby heute belastet und stört- es dient der Zukunft und ist leider nicht vermeidbar.

Nachmittag, es geht raus! Der Kleine Mann muss so schnell wie möglich wissen dass der Ort zu dem er so unsanft (Geburt, Welt) transportiert wurde größer ist als ein Krankenhaus und eine Wohnung. Er wird eingemummelt (Wickelhemd, Strampler, Body, Felljacke, Socken, weiche Schuhe) und in den Transportkorb vom Kinderwagen verfrachtet. Das Anziehen schmeckte ihm nicht. Er tat das auch lauthals kund. Kaum im Kinderwagen war die ganze Aufregung vergessen und er schlief. Ihn interessierte kein Kopfsteinpflaster, kein Straßenlärm. Auch die relativ kühlen Temperaturen ließen ihn kalt (Ui- Wortspiel).

Wir drehten eine Runde mit ihm durch die Altstadt und kamen nach ca. anderthalb Stunden wieder zuhause an. Sowohl Sohnemann als auch meine Bessere waren erschöpft. Er kannste so eine Intensiv-Ladung frische Luft nicht. Meine Frau war durch die Kaiserschnitt-OP noch immer geschwächt. Es bleibt die Erkenntnis dass ein Spaziergang allen Beteiligten gut tut und man neugierige Gemüter (Freunde, Bekannte) gleich mit befriedigen kann. Kurz vor Antritt des Spazierganges wird einfach der Ein oder Andere informiert, dass der Kleine jetzt in der Öffentlichkeit anzutreffen ist. Den Rest trifft man einfach zufällig. So sind alle befriedigt und niemand robbt Dir in den ersten Wochen auf die Bude.

Besuch zu Hause ist innerhalb der ersten Zeit des Kindes purer Streß. Nicht nur dass die eigenen vier Wände wahrgenommen werden wollen, das Kind müsste sich auch auf neue Stimmen und Personen einstellen. Das ist Streß und sollte vermieden werden.

Tag 1 im komplett neuen Leben

Ich bin gestern Abend Vater geworden. Versteht sich ja wohl von selbst, dass ich heute nicht einfach um acht Uhr in der Firma auf der Matte stehe und Dienst nach Vorschrift mache. Zu groß ist die Sehnsucht nach meinen beiden Tapferen! Sie haben gestern im Kreißsaal beide großes geleistet.

Ich fahre am Vormittag zu meiner Besseren und meinem Sohn. Sie ist nun von einer Entbindenden zur Wöchnerin im Wochenbett “befördert” worden. Beide haben die Strapazen der Geburt gut überstanden. Mein Sohn schläft den überwiegenden Teil des Tages sehr friedlich. Meine Bessere stillt ihn noch. Aber die Saugkraft meines Sohnes lässt das eventuell nicht mehr lange zu. Mann, hat der schon ‘ne Power! Zu starkt saugt er an den Brustwarzen, zu hoch wird das Verletzungs- und dann auch das Infektionsrisiko. Sie wird früher oder später auf die Fütterung mit der Flasche umsteigen müssen.

Nach meinem Besuch im Krankenhaus geht’s in der Mittagszeit in die Firma. Dort wird schnell Urlaub eingereicht- dringliche Angelegenheiten erledigt und ab zurück zu meiner kleinen Familie. Zum Glück spielt mein Chef bei der Angelegenheit mit. Eigentlich Ehrensache bei der Geburt des eigenen Kindes- aber auch die Arbeit hat so ihre Ansprüche. Umso glücklicher bin ich, dass das alles passt und ich ab morgen zuhause bin.

Nach der Arbeit zurück ins Krankenhaus. Mein Sohn ist in seinem Mobilbett neben seiner Mutter untergebracht. Sie ist vom Kaiserschnitt noch sichtlich geschwächt aber so glücklich wie ich, dass der kleine Mann jetzt endlich da ist. Ganz verträumt schauen wir immer wieder in seine Wiege und können uns an diesem so jungen und unschuldigen Gesicht nicht satt sehen…

Wie immer beginnt alles mit der Geburt…

Heute ist Dienstag, der 20.10.2009. Es ist 6:39Uhr und ich bin wieder viel zu spät dran. Ich hole um 6:45 Uhr meine Kollegin ab um dann zur Arbeit zu fahren. Meine schwangere Frau liegt noch im Bett und schläft. Jetzt aber los. Leise, ganz leise kommt ihre Stimme aus dem Schlafzimmer, dass direkt neben der Eingangstür der Wohnung liegt: “Schatz, ich glaube meine Fruchtblase ist eben gesprungen.” Wie sie darauf komme, wollte ich wissen. “Weil Das Laken nass ist!” war die prägnante und bestimmte Antwort.OK, jetzt nicht verrückt werden. Worauf müssen wir achten bevor wir ins Krankenhaus fahren? Der Koffer ist gepackt, meine Bessere mittlerweile geduscht und meiner Kollegin habe ich klar gemacht, dass sie sich jetzt allein auf den Weg in die Firma machen müsse, da ich heute nicht zur Arbeit fahren werde.

Es dauerte einige Stunden bis die Wehen richtig einsetzten. Die Gebärmutter war schon gut geöffnet. Gut 5cm offen war sie, als die Wehen richtig einsetzten. Nach einer 5-Stunden Schlacht im normalen Kreisssaal musste doch der Kaiserschnitt gesetzt werden. Egal, unser Sohn ist endlich da! Er ist männlich, 50cm lang, wiegt 3380g und ist, nach der der Untersuchung Nummer 1 (U1) zu urteilen, kerngesund. Der Geburtszeitpunkt wurde auf 20:26 Uhr festgelegt.

Da meine Bessere eine kurze Vollnarkose bekommen hat, bin ich der erste der den kleinen Mann zu sehen bekommt. Ich war so cool und abgeklärt während der Schwangerschaft und der Entbindung. Es ist still um mich herum. Ich schaue in die Augen meines Sohnes und beginne zu heulen wie schon Jahre nicht mehr.

Meine Frau ist mittlerweile aus dem OP zurück, erwacht langsam aus ihrer Vollnarkose und realisiert, dass síe nicht mehr schwanger sondern Mama ist! Sie wird langsam klar im Kopf und bekommt unseren kleinen Sohn auf die Brust gelegt. Er ist still und zufrieden, endlich bei Mama zu sein. Zeit für mich, unsere Freunde und Familien zu informieren. Seit 15 Uhr hat niemand mehr etwas von uns gehört oder gelesen. Vor 20 Jahren war das normal, aber wir befinden uns im Zeitalter von Mobiltelefonie, SMS E-Mail und Twitter. Somit sind 6 Stunden heutzutage eine Ewigkeit.

Nachdem die ersten Telefonate mit unseren Müttern beendet sind, die ersten Info SMS abgesetzt sind, gehe ich wieder hoch zu Mama und meinem Sohn. Beide sind mittlerweile sichtlich erschöpft. Es ist mittlerweile 22:30 Uhr. Auf der Station ist bereits alles vorbereitet und die Beiden werden auf die Station verlegt. Ich mache mich auf den Weg nach Hause. Noch ein kurzer Stop bei meiner Mutter, da gibt’s noch was zu essen. Ich habe beschlossen, morgen alle restlichen Arbeiten in der Firma zu beenden und mich dann 2 Tage früher in den Urlaub zu verabschieden…

Ein Gedanke bleibt bis zum Einschlafen:

Der Kreis hat sich endlich geschlossen. Vor 10 Jahren musste ich meinen Vater aus meinem Leben entlassen. Es war eine unendlich schwere Zeit und niemand in meiner Familie durfte das damals mitentscheiden. Er entschlief uns einfach. Aber die Zeit lindert auch größte Schmerzen. Sie lässt Dich nach vorne blicken. Das tue ich spätestens mit der übertragenen Verantwortung für dieses neue Leben!

Ich bin jetzt auch ein Papa.